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Promotionsvorhaben

Im Rahmen eines DFG-geförderten Projektes zur Aufarbeitung der Ausgrabungsergebnisse von Tell Schech Hamad bei Deir az-Zor in Nordostsyrien sollen die Funde und Befunde des zweiten Grabungsabschnittes des parthisch-römischen Gräberfeldes wissenschaftlich bearbeitet und abschließend publiziert werden. Projektleiter ist Professor Dr. Hartmut Kühne vom Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin.

Ziel meines Promotionsprojektes ist die Beschreibung, Klassifizierung und kulturmorphologische Einordnung der Bestattungssitten und des Totenrituals an der östlichen Peripherie des römischen Reiches zur Zeit der parthischen Konfrontation an der Euphrat-Grenze auf der Grundlage der archäologischen Befunde und Funde des parthisch-römischen Gräberfeldes von Tell Schech Hamad; dabei sollen die Ergebnisse der typologischen und chronologischen Untersuchungen des ersten Grabungsabschnittes dieses Gräberfeldes mit neuen Funden und Befunden ergänzt, in ihrer Gültigkeit überprüft und um die Erforschung des Bestattungsbrauches, eines Totenrituals und eines nachsepulkralen Totengedenkens, erweitert werden.

Seit 1978 durch Professor Dr. Hartmut Kühne vom Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin und seiner Ausgrabungsequipe ergraben und einzigartig im Schnittpunkt zweier aufstrebender Großmächte im Nahen Osten situiert, erstreckt sich das parthisch-römische Gräberfeld nahezu über die gesamte bisher freigelegte neu- und nachassyrische Unterstadt II und bereichert die Aussagen zur Archäologie der antiken Stadt Magdala, heute Tell Schech Hamad, um die Komponente eines Kulturaustausches zwischen Orient und Okzident am Rand der römischen Provinz Mesopotamia zu beiden Seiten des Habur.

Das Gräberfeld von Tell Schech Hamad, chronologisch durch den Zeithorizont „parthisch-römisch“ (200 v. Chr. bis 250 n. Chr.) fixiert, kann in vier Belegungsphasen unterteilt werden, die etwa 150 Jahre währten. Unterschiedliche Anteile sollen die Qualität des römischen und parthischen Kultureinflusses innerhalb dieser Belegungsphasen aufzeigen; dies kann möglicherweise mit schriftlichen Aufzeichnungen zum politischen Geschehen im Nahen Osten, etwa von Plutarch, Cassius Dio und Tacitus, abgeglichen werden und eine phasenweise vorherrschende Beeinflussung des Bestattungsbrauches der Bevölkerung in Magdala indizieren.

Schwerpunkte meines Promotionsprojektes bilden Untersuchungen zu Grabbau und Grabarchitektur, die Besonderheiten wie ein Ringschichtengewölbe und wieder verschließbare Giebelkonstruktionen zeigt, zu Totenbehandlung und Mumifizierungspraxis, für die Textilfunde untersucht wurden, sowie zu primären und sekundären Gefäß- und Beigabenausstattungen, nachzeitigen Gefäßsetzungen und grabbegleitenden Befunden als Voraussetzung, einen vielgestaltigen Bestattungsbrauch und ein umfangreiches Totenritual zu erfassen. Es gilt, das römische und parthische Element in Grabarchitektur, Totenbehandlung sowie primären und sekundären Grabbeigaben auf dem Gräberfeld von Tell Schech Hamad herauszustellen und inter orienten et occidentem als Gegensätze zu definieren. Untersuchungen von Integrations- und Umformungsvorgängen des explizit römischen und parthischen Bestattungsbrauches sollen darüber hinaus allgemein gültige Aussagen zu Typologie, Grabsitten und Totenritual im antiken, parthisch-römischen Syrien ermöglichen.

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In Palmyra
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