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Magisterarbeit

Meine Magisterarbeit „Das bronzezeitliche Gräberfeld der Lausitzer Kultur von Lübbinchen, Kr. Spree-Neiße - Ein Beitrag zum Bestattungsritual“ ist die vollständige Aufarbeitung der Funde und Befunde einer bodendenkmalpflegerischen Altgrabung auf dem bronzezeitlichen Gräberfeld bei Lübbinchen in der Niederlausitz.

Der Katalog umfasst alle archäologischen Funde und Befunde, die in drei Grabungskampagnen 1973 und 1974 ergraben und dokumentiert wurden. Sie teilen sich auf in Grabkomplexe mit Leichenbrand, in Gefäßkomplexe ohne Leichenbrand und in Fundkomplexe als Lese- und Zufallsfunde.

Der Textteil enthält zunächst Angaben zur Topographie und Geographie des Fundortes sowie zur Forschungsgeschichte der Lausitzer Kultur. Das Arbeitsgebiet wurde geographisch auf das südöstliche Brandenburg, Sachsen, Westpolen und Nieder-/ Mittelschlesien eingeschränkt; insbesondere im Norden, Nordwesten, Westen und Osten gelang zudem eine kulturmorphologische Abgrenzung.

Die Kapitel „Funde“ und „Befunde“ stellen den zentralen Teil der Magisterarbeit dar. Um zu allgemein gültigeren Aussagen zu gelangen, wurden 229 Fundorte mit parallelen Erscheinungen in die Untersuchung mit einbezogen. Die wenigen unverschmolzenen Bronzen schließen zwar typologisch an die Formen der Kolbenkopf- und Rollenkopfnadeln an, geben jedoch wegen der langen Laufzeit und ihrer regional nicht auf das Gebiet der Lausitzer Kultur einzugrenzenden Verbreitung kaum chronologische oder regionale Aufschlüsse. Auf Verbindungen mit dem nördlich anschließenden Gebiet der Spindlersfelder Gruppe und dem Nordischen Kreis und auf eine chronologischen Tendenz zur Endmittel- bis Jungbronzezeit verweist einzig das Fragment einer Kreuzbalkenkopffibel.

Die Keramikformen aus Lübbinchen entsprechen dem Spektrum der Lausitzer Kultur, können jedoch deutlicher als bisher gegliedert werden. Bereits publiziert sind Sonderformen wie das einzigartige Schachtelgefäß aus Lübbinchen (G. Wetzel, ein bronzezeitliches Gräberfeld bei Lübbinchen, Kr. Guben. Ausgr. und Funde 20, 1975, 126-131.). Anlage und Form der Buckelverzierung erlauben zudem eine regionale Unterteilung der buckelverzierten Keramik in vier Kulturprovinzen. Chronologisch ist das archäologische Material des Gräberfeldes von Lübbinchen auf die jüngste Mittelbronzezeit und die beginnende Jungbronzezeit festgelegt.

Die Untersuchung der Befunde umfasst den Bau der Anlagen und die menschlichen und tierischen Überreste; aufschlussreicher für das Bestattungsritual sind spezifische Formen der Leichenbrandbehandlung und der damit verbundenen Gefäßauswahl und Gefäßausstattung sowie einer befund- und individuenspezifischen Gefäßanordnung. Analoges kann auch für die Bronzeausstattung und anordnung herausgestellt werden. Bestattungsbegleitend geben Grubenkomplexe, charakterisierend mit Branderde, Holzkohle, Scherben und Tierleichenbrand versehen, Zeugnis eines umfangreichen Bestattungsrituals.

Buckelverzierte Gefäße der Lausitzer
Kultur
Buckelverzierte Gefäße der Lausitzer Kultur im MVF